Die DDNOS gilt als die am häufigsten diagnostizierte Art der dissoziativen Störung. Besonders
hervorzuheben sind die als DDNOS klassifizierten Störungsbilder vom Typ
I. Hierbei handelt es sich um Störungsbilder, die der Dissoziativen
Identitätsstörung (DIS) ähneln, bei denen die alternativen
Persönlichkeitsanteile jedoch nur teilweise dissoziiert sind. DIS und
DDNOS Typ I werden daher teilweise unter der Bezeichnung "komplexe
Dissoziative Störungen" zusammengefasst (vgl. auch Klassifikationssystem nach Dell).
Typische Ausdrucksweisen teilabgespaltener Persönlichkeitsanteile sind
z.B. die häufig beschriebenen Pseudo-Halluzinationen bei
hoch-dissoziativen KlientInnen (z.B. das Hören innerer Stimmen) oder als
ich-fremd erlebte Gefühle, Emotionen oder Gedanken.
KlientInnen mit einer DDNOS vom Typ I berichten darüber hinaus
häufig, dass die verschiedenen Persönlichkeitsanteile cobewusst seien,
dass sie also jeweils verfolgen könnten, was gerade geschehe, wenn ein
anderer Anteil die Kontrolle innehabe, dass sie jedoch das Geschehen
nicht ohne weiteres beeinflussen könnten. Amnesien treten
dementsprechend bei KlientInnen mit DDNOS Typ I erheblich weniger auf
als bei KlientInnen mit DIS. Häufig werden alternative
Persönlichkeitsanteile von DDNOS-KlientInnen auch (anders als bei der
DIS) zwar als "fremd" und "anders" erlebt, viele Betroffene nehmen sie
jedoch trotzdem grundsätzlich als Teil ihrer eigenen
Gesamtpersönlichkeit wahr.
Quelle: http://www.infonetz-dissoziation.de/t-ddnosdsm.html
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